Alle Produkte, die nicht den in der Düngemittelverordnung 2004 idgF oder Verordnung (EG) Nr. 2003/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Oktober 2003 über Düngemittel  (ab 16.7.2022: Verordnung (EU) 2019/1009) vorgesehenen Typenbestimmungen entsprechen bzw. nicht vorgesehene Ausgangsstoffe enthalten, müssen gemäß § 9 Düngemittelgesetz 2021 zugelassen werden. 

Das Bundesamt für Ernährungssicherheit ist in Österreich für die Zulassung von Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel (im folgenden Produkt genannt) zuständig. Entspricht ein Produkt einem in der Düngemittelverordnung 2004 beschriebenem Typ, dann ist keine Registrierung erforderlich.

Entspricht hingegen ein Produkt aufgrund seiner Zusammensetzung, Gehalts an Inhaltsstoffen oder Ausgangsmaterialien nicht einem in der Düngemittelverordnung 2004 beschriebenem Typ, dann besteht die Möglichkeit einer Zulassung per Bescheid gemäß § 9 Düngemittelgesetz 2021.

Der Antrag auf bescheidmäßige Zulassung ist ab 1.10.2021 ausschließlich mittels Online-Antrag beim Bundesamt für Ernährungssicherheit einzubringen.

Hinweis: Gemäß § 9 Abs 5 Düngemittelgesetz 2021 ist die Zulassung von Düngeprodukten für höchstens zehn Jahre befristet zu erteilen. Bei der Festsetzung der Befristung ist insbesondere die zu erwartende Entwicklung der Wissenschaft und Technik zu berücksichtigen. Die Zulassung erlischt mit dem Ablauf der festgesetzten Frist, spätestens jedoch nach zehn Jahren. Mit Inkrafttreten des Düngemittelgesetzes 2021 am 1.10.2021 können Zulassungen nur mehr befristet erteilt werden.

Bescheidmäßig gemäß § 9a Düngemittelgesetz 1994 unbefristet zugelassenen Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel dürfen mit der der Zulassung entsprechenden Kennzeichnung und Zusammensetzung bis 1. Jänner 2025 in Verkehr gebracht werden. Diese Produkte werden auch nicht im Düngemittelregister gemäß § 10 Düngemittelgesetz 2021 gelistet.

Sollten Änderungen im Zusammenhang mit solchen Düngeprodukten beantragt werden, die eine (Neu-)Bewertung des Düngeproduktes erfordern, wird dies einer Neuzulassung gemäß Düngemittelgesetz 2021 gleichgestellt. Das bedeutet, dass die Zulassung auf maximal 10 Jahre befristet erfolgen kann bzw. das Produkt nach erfolgter (Neu-)Zulassung in das Düngemittelregister gemäß § 10 Düngemittelgesetz 2021 (1.1.2022) aufgenommen wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) Düngemittel

Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel sind Produkte nach österreichischem Düngemittelrecht. Diese Produkte müssen einem Typ der österreichischem Düngemittelverordnung 2004 idgF entsprechen. EG Düngemittel müssen einem Typ der EG Verordnung 2003/2003 entsprechen.

Wer beabsichtigt, gewerblich Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate oder Pflanzenhilfsmittel in Verkehr zu bringen, hat dies vor Aufnahme der Tätigkeit der zuständigen Behörde (Bundesamt für Ernährungssicherheit) zu melden. Die Meldung erfolgt über das Portal BAES eServices.

„Inverkehrbringen“: die Bereitstellung auf dem Unionsmarkt, die Einfuhr aus Drittländern, das Befördern, das Vorrätighalten zum Verkauf, das Feilhalten, das Verkaufen, der Fernabsatz und jedes sonstige entgeltliche oder unentgeltliche Überlassen im geschäftlichen Verkehr, einschließlich die Abgabe in Genossenschaften oder sonstigen Personenvereinigungen an deren Mitglieder.

Der Begriff des "Herstellers" betrifft eine natürliche oder juristische Person mit Sitz in der Europäischen Gemeinschaft, die für das In-Verkehr-Bringen als Erzeuger,  Importeur, ein für eigene Rechnung tätiger Verpacker oder sonstige Person, welche die Merkmale eines Produkts hinsichtlich Kennzeichnung, Verpackung, Zusammensetzung oder auf andere Weise verändert, verantwortlich ist; Dagegen gilt der Vetrieb/ein Vertriebshändler, der die Merkmale des Düngemittels nicht verändert, nicht als Hersteller.

Alle Produkte, die über keine düngemittelrechtliche Zulassung in einem EU-Staat verfügen und keinem Typ der Düngemittelverordnung 2004 BGBl. Nr.100/2004 i.d.g.F. entsprechen, oder nicht als „EG-Düngemittel“ entsprechend der VO(EG) 2003/2003 i.d.g.F. in Verkehr gebracht werden dürfen. Weitere Informationen siehe Zulassung sowie die entsprechenden Formulare.

Produkte, die in einem EU-Staat rechtmäßig erstmals in Verkehr gebracht worden sind, können in Österreich (und in allen anderen EU-Staaten) in Verkehr gebracht werden. Für das in Verkehr bringen in Österreich ist eine im Ursprungsland gültige Deklaration (Kennzeichnung) in deutscher Sprache notwendig. Auf Verlangen der zuständigen österreichischen Behörde, dem Bundesamt für Ernährungssicherheit, ist eine Konformitätsbestätigung des Ursprungslandes mit Bezug habender Kennzeichnung vorzulegen.

Als Serviceleistung bietet die AGES GmbH, Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion, Abteilung Bodengesundheit und Pflanzenernährung eine Kennzeichnungsüberprüfung gegen Gebühr an.

Die Gebühren für amtliche Tätigkeiten des Bundesamtes für Ernährungssicherheit nach § 18 des Düngemittelgesetzes 2021 finden Sie im aktuellen Düngemittelgebührentarif. Bei Zuwiderhandlungen gegen das Düngemittelgesetz findet der Kontrollgebührentarif Anwendung.

Bitte kontaktieren Sie uns per E-mail unter duengemittel@baes.gv.at oder unter der Telefonnummer +43 (0)5 0555-34110.

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