Pflanzenschutzdienst

Phytosanitäre Importkontrolle

Um das Risiko einer Ein- oder Verschleppung von Schädlingen so gering wie möglich zu halten, unterliegen bestimmte Pflanzen, pflanzliche Erzeugnisse und andere Gegenstände der Einfuhr in das Zollgebiet der Europäischen Union einer pflanzengesundheitlichen Kontrolle, für einige Waren besteht ein Einfuhrverbot. Eine Übersicht, welche Warenarten geregelt sind, geben der Anhang III (Einfuhrverbote) und Anhang V B (bei der Einfuhr kontrollpflichtige Pflanzen, pflanzliche Erzeugnisse und andere Gegenstände) der Richtlinie 2000/29/EG unter Downloads.

Bitte beachten Sie, dass die Kanarischen Inseln, die französischen überseeischen Departements, Ceuta und Melilla gemäß Pflanzenschutzgesetz 2011 phytosanitär nicht zu den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zählen.

Bei der Einfuhr von phytosanitär kontrollpflichtigen Waren sind einige Bedingungen zu beachten:

  • Registrierung (Betriebe und auch Privatpersonen) beim Landespflanzenschutzdienst gemäß § 14 Pflanzenschutzgesetz 2011
  • Pflanzengesundheitszeugnis(„phytosanitary certificate“) im Original und gegebenenfalls ausgefüllter zusätzlicher Erklärung („additional declaration“)
  • Phytosanitäre Kontrolle vor der zollamtlichen Abfertigung
  • Phytosanitäre Freigabe, wenn die Sendung frei von Quarantäneschadorganismen befunden wurde
  • Zollamtliche Abfertigung
  • Phytosanitäre Beanstandung, wenn formale oder pflanzengesundheitliche Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden
  • Verrechnung gemäß Pflanzenschutzgebührentarif

Ab 14.12.2019 wird die Richtlinie 2000/29/EG durch eine neue Verordnung abgelöst, der VO (EU) 2016/2031 über Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen. Durch die Umsetzung der neuen phytosanitären Bestimmungen benötigen alle Pflanzen und pflanzlichen Produkte bei der Einfuhr in die EU ein Pflanzengesundheitszeugnis und müssen zur Durchführung der phytosanitären Importkontrolle angemeldet werden. Die Importkontrolle wird bei den Sendungen mit unterschiedlichen Kontrollfrequenzen durchgeführt werden.

Bei der Einfuhr von Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnisse können zusätzlich auch andere Gesetze zur Anwendung kommen, beispielsweise das Saatgutgesetz oder das Artenhandelsgesetz (CITES).

Informieren Sie sich über den Import von Pflanzen und pflanzlichen Produkte auch unter den häufig gestellten Fragen (FAQs).

Für Anfragen zur phytosanitären Importkontrolle steht der Amtliche Pflanzenschutzdienst gerne zur Verfügung (Kontakt).

Einfuhrbewilligung

Das BAES (Bundesamt für Ernährungssicherheit für den landwirtschaftlichen Bereich, im Falle von forstlichen Pflanzen oder Pflanzenerzeugnissen gemäß Anhang des Forstgesetzes das Bundesamt für Wald) hat gemäß Pflanzenschutz-Verordnung2011 i.d.g.F. § 15 die Einfuhr von Pflanzen, Pflanzenerzeugnissen und sonstigen Gegenständen aus Drittländern auf Antrag auch abweichend von den Bestimmungen des 3. und des 4. Abschnitts des Pflanzenschutzgesetz 2011 zu bewilligen, wenn hiefür auf Grund von Rechtsvorschriften der Europäischen Gemeinschaft eine Ermächtigung vorliegt oder sie für Züchtungszwecke, wissenschaftliche Untersuchungen oder Versuchszwecke benötigt werden (Richtlinie 2008/61/EG).

Der Antrag auf Erteilung einer Einfuhrbewilligung ist beim Bundesamt für Ernährungssicherheit einzubringen und hat folgende Angaben zu enthalten:

  1. Name und Anschrift des Empfängers;
  2. Bezeichnung und Anschrift der Bezugsquelle;
  3. die Menge und Art (Sorte) der zu beziehenden Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse und sonstigen Gegenstände;
  4. Verwendungszweck und Dauer der Ausnahme;
  5. Anschriften der Quarantänestationen und allfälliger Lagerorte;
  6. Vorschläge für die sachgemäße Entsorgung des Materials;
  7. die geplante Eintrittstelle;
  8. allenfalls Registriernummer (§ 14 Abs. 5 des Pflanzenschutzgesetzes 2011).

Das Bundesamt für Ernährungssicherheit hat vor der Entscheidung ein Gutachten eines Amtssachverständigen darüber einzuholen, ob durch die Einfuhr die Einschleppung oder Ausbreitung von Schadorganismen zu befürchten ist.

Die Einfuhrbewilligung enthält Bedingungen und Auflagen, die geeignet sind, die Gefahr der Einschleppung oder Ausbreitung von Schadorganismen zu verhindern.

Pflanzengesundheitszeugnis

Jede kontrollpflichtige Sendung muss von einem gültigen Pflanzengesundheitszeugnis des Herkunftslandes begleitet sein.

Das Pflanzengesundheitszeugnis hat die Angaben nach dem Muster der Richtlinie des Rates 2000/29/EG zu enthalten und ist von der zuständigen Dienststelle des Ausfuhrlandes nach bestimmten Gültigkeitskriterien auszustellen.

Gültigkeitskriterien sind u.a.:

  • Vorlage des Originals
  • insgesamt in Blockschrift oder insgesamt maschinenschriftlich ausgefüllt (ausgenommen Stempel und Unterschriften)
  • in einer Amtssprache der Europäischen Union, vorzugsweise Amtssprache des Bestimmungsmitgliedsstaates abgefasst
  • botanischer Name der Pflanze in lateinischen Buchstaben
  • gegebenenfalls zusätzliche Erklärungen
  • keine unbefugten Änderungen oder Streichungen
    Unbeglaubigte Änderungen haben die Ungültigkeit des Pflanzengesundheitszeugnisses zur Folge
  • nicht früher als 14 Tage vor dem Tag ausgestellt, an dem die Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse oder Gegenstände das Ausstellungsdrittland verlassen haben

Muster für das österreischische Pflanzengesundheitszeugnis und für das österreichische Pflanzengesundheitszeugnis für die Wiederausfuhr

IPPC (International Plant Protection Convention)

Express-PRA's (Import)

Pest Risk Assessments: Schadorgansimen-Risikobewertungen

Diese Express-Risikobewertungen erlauben der Behörde im Zuge der phytosanitären Einfuhrkontrolle über das Risiko eines neuen Schadorgansmus zu entscheiden.

Dabei werden insbesondere die Wahrscheinlichkeit der Einschleppung und Verbreitung in Österreich und den Mitgliedsstaaten sowie mögliche wirtschaftliche Schäden berücksichtigt.

Kontakt

Amtlicher Pflanzenschutzdienst
Spargelfeldstrasse 191
1220 Wien
Tel. +43 (0) 50555-33302 oder
Tel. +43 (0) 50555-33317
pflanzenschutzdienstbaes.gvat

Formulare

Hier Sie finden die Formulare für die Einfuhr von Pflanzen, zum Anpflanzen bestimmt, gemäß Pflanzgutgesetz

Downloads

  • pdf
    Anhang VB 010919 deutsch Die in diesem Dokument angeführten Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse sind gemäß Richtlinie 2000/29/EG bei der Einfuhr aus Drittländern an der 1. EU-Eintrittstelle phytosanitär kontrollpflichtig. 233 KB
  • pdf
    Einfuhrverbote (Anhang III der Richtlinie 2000/29/EG) Die in diesem Dokument angeführten Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse unterliegen gemäß Richtlinie 2000/29/EG einem Importverbot und dürfen aus Drittländern nicht eingeführt werden. 119 KB

Express – PRA zu Psylliodes punctifrons

EPPO Poster "Riskier's Nicht"

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