Pflanzenschutzdienst

Phytosanitäre Importkontrolle

Um das Risiko einer Ein- oder Verschleppung von Schädlingen so gering wie möglich zu halten, unterliegen Pflanzen und bestimmte pflanzliche Erzeugnisse bei der Einfuhr in das Zollgebiet der Europäischen Union einer pflanzengesundheitlichen Kontrolle, für einige Waren besteht ein Einfuhrverbot.

Mit 14.12.2019 wurde die Richtlinie 2000/29/EG durch die neue Verordnung abgelöst, der VO (EU) 2016/2031 über Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen. Durch die Umsetzung der neuen phytosanitären Bestimmungen benötigen über die bestehenden Zeugnispflichten alle Pflanzen und frische pflanzliche Produkte bei der Einfuhr in die EU ein Pflanzengesundheitszeugnis und müssen zur Durchführung der phytosanitären Importkontrolle angemeldet werden. Die Importkontrolle wird bei bestimmten pflanzlichen Produkten mit unterschiedlicher Kontrollfrequenz durchgeführt werden. Nähere Informationen sind unter folgender Fachmeldung zu finden: https://www.baes.gv.at/fachmeldungen/details//pflanzengesundheit-neue-phyosanitaere-bestimmungen-ab-14-dezember-2019/

Zusätzlich gilt für bestimmte Hochrisikopflanzen ab 14.12.2019 ein Einfuhrverbot aus Drittländern. Nähere Informationen diesbezüglich sind unter dieser Fachmeldung zu finden: https://www.baes.gv.at/fachmeldungen/details//pflanzengesundheit-einfuhrverbote-von-hochrisikopflanzen-ab-14-dezember-2019

Bitte beachten Sie, dass die Kanarischen Inseln, die französischen überseeischen Departements, Ceuta und Melilla phytosanitär nicht zu den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zählen.

Bei der Einfuhr von Pflanzen und pflanzlichen Produkten sind einige Bedingungen zu beachten:

  • Registrierung beim Landespflanzenschutzdienst gemäß Art. 65 der Verordnung (EU) 2016/2031
  • Pflanzengesundheitszeugnis(„phytosanitary certificate“) im Original und gegebenenfalls ausgefüllter zusätzlicher Erklärung („additional declaration“)
  • Phytosanitäre Kontrolle vor der zollamtlichen Abfertigung
  • Phytosanitäre Freigabe, wenn die Sendung frei von Quarantäneschädlingen befunden wurde
  • Zollamtliche Abfertigung
  • Phytosanitäre Beanstandung, wenn formale oder pflanzengesundheitliche Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden
  • Verrechnung gemäß Pflanzenschutzgebührentarif

Die Anmeldung zur phytosanitären Importkontrolle in Österreich muss zumindest einen Arbeitstag vor Ankunft der Sendung über TRACES NT erfolgen. In der Regel wird dies durch die Spedition bzw. das Transportunternehmen abgewickelt.

Bei der Einfuhr von Pflanzen oder pflanzlichen Produkten können zusätzlich auch andere Gesetze zur Anwendung kommen, beispielsweise das Saatgutgesetz oder das Artenhandelsgesetz (CITES).

Für Anfragen zur phytosanitären Importkontrolle steht der Amtliche Pflanzenschutzdienst gerne zur Verfügung (Kontakt).

Informationen über die phytosanitäre Einfuhrkontrolle von Pflanzen und pflanzlichen Waren im Reiseverkehr

Einfuhr für Forschungs- und Versuchszwecke

Das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) ist die zuständige Behörde für die Ausstellungen von „Ermächtigungen zur Einfuhr“ (englisch: "letter of authority for introduction") gemäß der Delegierten Verordnung (EU) 2019/829. Für forstliche Produkte ist das Bundesamt für Wald (BFW) die zuständige Behörde.

Die Ausstellung der „Ermächtigung für die Einfuhr“ erfolgt auf Antrag. Zur Unterstützung haben wir ein Antragsformular in Deutsch und Englisch erstellt, und die Versionen stehen für Sie als Download zur Verfügung.

Die spezifizierten Tätigkeiten müssen in Quarantänestationen oder geschlossenen Anlagen durchgeführt werden. Die Zulassung diesbezüglich erfolgt mittels Bescheid über die zuständigen Behörden der Bundesländer (AnsprechpartnerInnen finden Sie hier).

Für weitere Detailfragen wenden Sie sich bitte an pflanzenschutzdienstbaes.gvat

Pflanzengesundheitszeugnis

Jede kontrollpflichtige Sendung muss von einem gültigen Pflanzengesundheitszeugnis des Herkunftslandes begleitet sein.

Das Pflanzengesundheitszeugnis hat die Angaben nach dem Muster im Anhang VIII der Verordnung (EU) 2016/2031 zu enthalten und ist von der zuständigen Dienststelle des Ausfuhrlandes nach bestimmten Gültigkeitskriterien auszustellen.

Gültigkeitskriterien sind u.a.:

  • Vorlage des Originals
  • insgesamt in Blockschrift oder insgesamt maschinenschriftlich ausgefüllt (ausgenommen Stempel und Unterschriften)
  • in einer Amtssprache der Europäischen Union, vorzugsweise Amtssprache des Bestimmungsmitgliedsstaates abgefasst
  • botanischer Name der Pflanze in lateinischen Buchstaben
  • gegebenenfalls zusätzliche Erklärungen
  • keine unbefugten Änderungen oder Streichungen
    Unbeglaubigte Änderungen haben die Ungültigkeit des Pflanzengesundheitszeugnisses zur Folge
  • nicht früher als 14 Tage vor dem Tag ausgestellt, an dem die Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse oder Gegenstände das Ausstellungsdrittland verlassen haben

Muster für das österreischische Pflanzengesundheitszeugnis und für das österreichische Pflanzengesundheitszeugnis für die Wiederausfuhr

IPPC (International Plant Protection Convention)

Express-PRAs (Import)

Pest Risk Assessments: Schadorgansimen-Risikobewertungen

Diese Express-Risikobewertungen erlauben der Behörde im Zuge der phytosanitären Einfuhrkontrolle über das Risiko eines neuen Schadorgansmus zu entscheiden.

Dabei werden insbesondere die Wahrscheinlichkeit der Einschleppung und Verbreitung in Österreich und den Mitgliedsstaaten sowie mögliche wirtschaftliche Schäden berücksichtigt.

Express – PRA zu Psylliodes punctifrons

Kontakt

Amtlicher Pflanzenschutzdienst
Spargelfeldstrasse 191
1220 Wien
Tel. +43 (0) 50555-33302 oder
Tel. +43 (0) 50555-33317
pflanzenschutzdienstbaes.gvat

Formulare

Hier finden Sie Formulare für die Einfuhr von Pflanzen.

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