Xylella fastidiosa

Rechtsgrundlagen

Mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2015/789 wurden die Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Xylella fastidiosa erweitert, diese wurden durch die Durchführungsbeschlüsse (EU) 2015/2417, (EU) 2016/764, (EU) 2017/2352, (EU) 2018/927 und (EU) 2018/1511 aktualisiert.

https://ec.europa.eu/food/plant/plant_health_biosecurity/legislation/emergency_measures/xylella-fastidiosa_en

Der Schadorganismus

Stand der Information: Jänner 2019

Xylella fastidiosa ist ein Bakterium, das die Leitbündel (das Xylem) von Pflanzen besiedelt. Seine massenhafte Entwicklung führt zur Blockade des Wasser- und Nährstofftransports und indirekt zur Symptomausprägung. Es sind vier Unterarten bekannt, die ihren Ursprung in Nord-, Zentral- bzw. Südamerika haben. X. fastidiosa ist in der EU meldepflichtig und es müssen Maßnahmen zur Ausrottung gesetzt werden.

Im Herbst 2013 wurde das Bakterium erstmals in Europa nachgewiesen (an Oliven in Apulien). Die dort auftretende Unterart X. fastidiosa subsp. pauca führte zum Absterben tausender Hektar Oliven und stellt eine ernste Gefahr für den Olivenanbau im Mittelmeerraum dar. 2015 wurde die Unterart X. fastidiosa subsp.multiplex in Korsika und an der Cote d'Azur (FR), 2017 auch in Alicante (ES), 2018 auf der Halbinsel Monte Argentario (Toskana, IT) und in der Nähe von Madrid (ES) nachgewiesen. Auf den Balearen (ES) fand man 2016 neben den beiden genannten Unterarten auch die Unterart X. fastidiosa subsp.fastidiosa.

Von ökonomischer Bedeutung ist X. fastidiosa bei Laubgehölzen (bei einjährigen Pflanzen sind latente Infektionen häufig). Abhängig von der Unterart, der Wirtspflanze und den klimatischen Bedingungen kann das Baktierum zum Absterben der Pflanzen führen. Besonders starke Folgen hatte X. fastidiosa subsp. fastidiosa für die Weinwirtschaft in Kalifornien und Florida (die Krankheit ist bei Wein als ‚Pierce's disease‘ bekannt). Auch für den Steinobst- und Zitrusanbau ist X. fastidiosa von Bedeutung. Berichte zu Schäden gibt es auch bei Laubbäumen und Ziergehölzen.

Was sind die Einschleppungswege?

Das größte Risiko der Einschleppung besteht beim Kauf infizierter Pflanzen aus Befallsgebieten. Besondere Vorsicht ist bei Zierpflanzen geboten: Lavendel, Rosmarin, Oleander, Polygala, Kaffee… Die Mitnahme von Wirtspflanzen aus abgegrenzten Befallsgebieten (derzeit Apulien, Korsika, Provence/Cote d'Azur, Mallorca, Menorca, Ibiza und Teile des spanischen Festlandes) ist verboten.

Wie erfolgt die lokale Ausbreitung?

In Amerika wird X. fastidiosa von verschiedenen xylem-saugenden Blut- (Cercopidae) und Zwergzikaden (Cicadellidae) übertragen. In Europa ist die Übertragung für die - auch in Österreich verbreitete - Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius) und für die verwandten Arten Philaenus italosignus und Neophilaenus campestris belegt. Vermutlich können aber weitere xylemsaugende Zikaden das Bakterium auch übertragen.

Was wird getan, um die Einschleppung und Verbreitung von Xylella fastidiosa zu verhindern?

Der Durchführungsbeschluss (EU) 2015/789 (aktualisiert durch die Beschlüsse 2015/2417, 2016/764 und 2017/2352) enthält Maßnahmen zum Schutz gegen die Einschleppung und Ausbreitung von X. fastidiosa. Diese umfassen rigorose Vorschriften hinsichtlich der Einfuhr von Wirtspflanzen aus Drittländern, wie auch zum Verbringen aus Befallsgebieten. In Österreich  führt das Bundesamt für Ernährungssicherheit Importkontrollen an Ersteintrittstellen durch (z.B. am Flughafen Wien). Diese Kontrollen inkludieren eine Labortestung importierter Pflanzen auf X. fastidiosa. Zudem wird von den Pflanzenschutzdiensten in den Bundesländern ein Überwachungsmonitoring zur Früherkennung von Befallsherden in Österreich durchgeführt.

Wie kann man eine Infektion mit Xf erkennen?

Symptome von X. fastidiosa sind unspezifisch und äußern sich ähnlich auch bei abiotischem Stress (z.B. Wasser-, Nährstoffmangel). Häufig treten Blattrandnekrosen auf, die sich auf die gesamte Blattspreite ausbreiten können.

An Laubgehölzen kann dies zu Dürresymptomen und dem Absterben infizierter Pflanzen führen.

Bitte melden Sie Verdachtsfälle an den zuständigen  Pflanzenschutzdienst ihres Bundeslandes: http://www.pflanzenschutzdienst.at/

Welche Pflanzen wären in Österreich gefährdet?

X. fastidiosa ist ein Bakterium mit hohen Temperaturansprüchen: die meisten Unterarten haben ihren Ursprung im subtropischen Klima. Das kontinentale Klima Österreichs mit Wintertemperaturen unter dem Gefrierpunkt ist für deren Entwicklung nicht optimal. Die Unterart multiplex tritt am weitesten verbreitet auf, u.a. auch im Nordosten der USA und in Kanada, in Regionen mit ähnlichem Klima wie in Österreich. Die dort hervorgerufenen Schäden, insbesondere an Bäumen im Stadtgebiet sind zwar nicht mit den verheerenden Ausbrüchen im Süden der USA und in Südeuropa vergleichbar, die die Wein- bzw. Olivenproduktion gesamter Gebiete gefährden, dennoch kann X. fastidiosa durch die Klimaerwärmung (mildere Winter und heiße Sommer mit ausgedehnten Trockenperioden) auch in Österreich eine zunehmende Rolle spielen.

Für die in der EU auftretenden Unterarten wurden etwa 50 Wirtspflanzen bestätigt. Viele davon mediterrane Gehölze, die z.T. auch im Zierpflanzenhandel nach AT gelangen (Lavendel, Rosamarin, Italienische Strohblume etc.). Für Österreich relevant sind aber die Funde von X. fastidiosa an Steinobstarten (Kirsche, Zwetschke) und die Funde von X. fastidiosa subsp. fastidiosa, jener Unterart die 'Pierce's disease' an Wein verursacht an Weinstöcken in Mallorca.

Wo kann ich weiterführende Informationen zu Xylella fastidiosa finden?

Europäische Kommission
Informationen der EPPO
Risikobewertung der EFSA
EFSA Studie zu den Wirtspflanzen für verschiedene X. fastidiosa - Stämme

Kontakt

Amtlicher Pflanzenschutzdienst

DI Robert Steffek
Tel.: +43 50 555-33301
E-Mail: robert.steffekagesat

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