Thaumatotibia leucotreta (engl.: False codling moth)

Der Schädling Thaumatotibia leucotreta (engl.: False codling moth)

Thaumatotibia leucotreta (engl.: False codling moth) ist ein dämmerungs- bis nachtaktiver Falter aus der Familie der Wickler (Tortricidae). Ursprünglich beheimatet ist der Falter in Ländern des afrikanischen Kontinents.

Als Schädling tritt T. leucotreta als Raupe in Erscheinung. Die Eiablage – bis zu mehreren Hundert von einem Weibchen – erfolgt direkt auf die Schale von Früchten. Die frisch geschlüpfte Raupe bohrt sich dann in die Frucht ein und beginnt entweder direkt mit dem Fraß unter der Schale oder bohrt sich tiefer ein. Am Ende der Raupenentwicklung findet die Verpuppung in der Erde oder unter Falllaub statt.

Thaumatotibia leucotreta ist ein sehr polyphager Schadorganismus. Dies beduetet, dass eine Vielzahl von verschiedenen Früchten befallen werden. Als sowohl für den Import als auch für die heimische europäische Landwirtschaft wichtige Pflanzen gelten Capsicum sp. (bspw. Paprika, Chili), Citrus sp. (Zitrusfrüchte), Prunus sp. (bspw. Pfirsich, Zwetschke), Punica granatum (Granatapfel).

Was sind die Einschleppungswege und wie erfolgt die Ausbreitung?

Die größte Gefahr der Einschleppung geht durch den Import von Früchten aus den Befallsländern aus. Hierbei spielen Zitrusfrüchte (Citrus spp.), Chili / Paprika (Capsicum sp.), Pfirsich/Nektarine (Prunus persica) und Granatäpfel (Punica granatum) eine große Rolle. Die Einbohrlöcher der Raupen sind bei einer physischen Kontrolle gut zu erkennen. Die Eier, die vom Weibchen direkt auf die Schale abgelegt werden, sind hingegen sehr schwer bis gar nicht zu erkennen.

Was wird getan, um die Einschleppung und Verbreitung zu verhindern?

Mit Jänner 2018 und damit dem Inkrafttreten der Durchführungsrichtlinie (EU) 2017/1279 der Kommission und den damit einhergehenden Änderungen der EU Richtlinie 2000/29/EG wurde Thaumatotibia leucotreta in den Anhang I Teil A Kapitel I aufgenommen. Dies hat zur Folge, dass die zuständigen Behörden (in Österreich das BAES) geeignete Maßnahmen,  bis hin zur Vernichtung der Sendung, treffen können, sofern ein Befall mit T. leucotreta während einer Importkontrolle festgestellt wird. Darüber hinaus müssen bestimmte Früchte mit Ursprung in einem afrikanischen Land und Israel ab 1.1.2018 "zusätzliche Erklärungen" auf dem Pflanzengesundheitszeugnis bzgl. T. leucotreta vermerkt haben. Darunter fallen:  Früchte von Capsicum, Citrus, ausgenommen Citrus limon und Citrus aurantiifolia, Prunus persica und Punica granatum.

Wie kann man einen Befall von Thaumatotibia leucotreta erkennen?

Wie viele andere Wickler ist auch Thaumatotibia leuicotreta eher klein (7 – 10 mm). Auch die Farbgebung ist für Wickler typisch. Auf den ersten Blick unauffällig grau-braun, kann man beim genaueren Hinsehen eine überraschende Vielfalt erkennen. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Symptome zuerst ins Auge fallen. Die befallenen Früchte weisen meist eine kreisrunde faulige Stelle auf. Eröffnet man diese, so befindet sich die Raupe direkt unter der Schale oder jedoch  tiefer eingebohrt. Die Färbung der Raupe reicht von hellbraun bis rosa, wobei die Kopfkapsel deutlich dunkler ist.

Welche Pflanzen wären in Österreich gefährdet?

Hinsichtlich des Klimas ist davon auszugehen, dass eine permanente Freilandetablierung nur in den südlichen Mitgliedsländern der EU möglich ist. Für Österreich könnte Thaumatotibia leucotreta im Falle einer Einschleppung – ähnlich wie Tuta absoluta – zu einem Glashausschädling werden. Im Besonderen könnten die Paprika-Kulturen entsprechend betroffen sein. Die Raupen verursachen hohe Schäden einerseits durch den direkten Fraß und andererseits durch Sekundärinfektionen wie bspw. Pilzerkrankungen. Darüber hinaus kommt es zu Frühreifung und zum Abwurf befallener Früchte. Von einer Überwinterung wäre in Österreich nur in permanent-beheizten Glashausanlagen, in denen durchgehend eine der Wirtspflanzen zur Verfügung gestellt wird, auszugehen.

Wo kann ich weitere Informationen zu Thaumatotibia leucotreta finden?

Allgemeine Informationen der EPPO
Risikobewertung der EPPO

Kontakt

Amtlicher Pflanzenschutzdienst

Hannes Horn
Tel.: +43 50 555-33317
hannes.horn@ages.at

Stand der Information: Jänner 2018

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