Kartoffelerdflöhe (Epitrix spp. )

Rechtsgrundlagen

Mit dem Durchführungsbeschluss 2012/270/EU wurden die Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Epitrix spp. beschlossen, diese wurden durch die Durchführungsbeschlüsse 2014/679/EU, (EU) 2016/1359 und (EU) 2018/5 aktualisiert:

 

Der Schädling Kartoffelerdflöhe (Epitrix spp.)

Vier in Nordamerika heimische Erdfloharten der Gattung Epitrix verursachen Schäden an Kartoffeln (Solanum tuberosum): E. papa, E. cucumeris, E. tuberis und E. subcrinita. Ähnlich der bei uns an Kohlgewächsen heimischen Erdflöhe findet man die erwachsenen Käfer am Blattwerk, wo sie einen Lochfraß verursachen. Die Larven leben im Boden und ernähren sich von Wurzeln bzw. Knollen der Kartoffel.

Am europäischen Festland wurden E. cucumeris und E. papa erstmals 2008 in Portugal als Verursacher der dort schon länger bekannten Symptome nachgewiesen. Mittlerweile gelten sämtliche Kartoffelanbaugebiete in Portugal als Befallsgebiet. Der Käfer hat sich auch in angrenzenden Gebieten im Norden Spaniens (Galizien und Asturias) ausgebreitet. Einzelne abgegrenzte Gebiete liegen im Süden Spaniens in Andalusien.

Was sind die Einschleppungswege und wie erfolgt die Ausbreitung?

Das größte Risiko der Einschleppung von Epitrix besteht bei beim Verbringen von Kartoffelknollen aus Befallsgebieten. Insbesondere, wenn an den Kartoffeln Erde anhaftet, kann ein Befall leicht übersehen werden. Da Pflanzkartoffel direkt in die Erde gelangen, ist das Risiko besonders hoch, aber auch bei Speisekartoffel ist bei unsachgemäßer Entsorgung eine natürliche Ausbreitung des Schädlings zu Kartoffelpflanzen möglich: der Name 'Erdfloh' weist auf die Fähigkeit der erwachsenen Käfer zu springen hin, wenn Sie gestört werden. Damit können kürzere Distanzen (z.B. von Feld zu Feld) überwunden werden.

Was wird getan, um die Einschleppung und Verbreitung zu verhindern?

Die Einfuhr von Kartoffeln aus jenen Nord-, Zentral- und Südamerikanischen Ländern in denen die vier Epitrix-Arten vorkommen ist verboten.

Mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2012/270 wurden weitere strenge Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Epitrix erlassen. Diese umfassen rigorose Vorschriften hinsichtlich der Einfuhr von Kartoffeln aus anderen Drittländern, wie auch zum Verbringen aus abgegrenzten Gebieten in Spanien und Portugal. In Österreich führt das BAES Importkontrollen an Kartoffeln durch, zudem wird in den Bundesländern ein Überwachungsmonitoring zur Früherkennung eines möglichen Befallsherds durchgeführt.

Nähere Informationen zu den Befallsgebieten in Europa finden sie hier:

http://ec.europa.eu/food/plant/plant_health_biosecurity/legislation/emergency_measures/index_en.htm

Wie kann man einen Befall von Epitrix erkennen?

Anhand der geschlungenen Frassgänge der Larven an der Kartoffeloberfläche ist das Schadbild leicht der Gattung Epitrix zuzuordnen. Heimische Erdfloharten führen zu keinen Schäden an Kartoffelknollen. Die Larven sind 5 mm groß und haben eine braune Kopfkapsel. Die Käfer selbst sind ca. 2mm groß, einfarbig schwarz und ernähren sich an den Blättern, wo sie den für Erdflöhe typischen Lochfraß verursachen können. Bei der nordamerikanische Art Epitrix tuberi, dringen die Larven auch in die Kartoffel ein.

Die Identifizierung der Käfer und Larven auf Artniveau ist schwierig. Bitte melden Sie Verdachtsfälle an den zuständigen Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes.

© Bilder: Agricultur Canada; Ottawa, CA; Jean Francois Germain, PLH Laboratory Montpellier, FR, Original photograph: Jean Francois Germain, PLH Laboratory Montpellier, FR, Agriculture Canada;

Welche Pflanzen wären in Österreich gefährdet?

Obwohl sich die Käfer auch an anderen Pflanzenarten der Nachtschattengewächse ernähren, ist die Kartoffel die einzige Art, an der ein wirtschaftlicher Schaden auftritt. Während der Lochfraß an den Blättern im Regelfall unbedeutend ist, wird durch die Frasstätigkeit an der Kartoffel der Wert der Knollen gesenkt. Der Schaden der in Europa auftretenden  Epitrix-Arten ist auf die Oberfläche der Knolle beschränkt. Die bislang nur in Nordamerika auftretende Art E. tuberis verursacht tiefere Löcher in der Knolle, die auch nach dem Schälen noch erkennbar sind.

Aufgrund des derzeitigen Verbreitungsgebiets der Epitrix-Arten in Nordamerika muss man davon ausgehen, dass sich der Schädling auch im österreichischen Klima ansiedeln kann und ein Risiko für den Kartoffelanbau darstellt, zumal durch die versteckte Lebensweise der Larven im Boden eine Bekämpfung nur schwer möglich ist. Da auch die adulten Käfer im Boden überwintern, ist eine Ausrottung nach erfolgter Ansiedlung nicht mehr möglich.

Wo kann ich weitere Informationen zu Epitrix finden?

Information der AGES zu Kartoffelerdflöhen: http://www.ages.at/themen/schaderreger/

Allgemeine Informationen und Risikobewertung der EPPO: https://gd.eppo.int/taxon/EPIXSI

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Stand der Information: Jänner 2018

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