Japankäfer (Popillia japonica)

Der Schädling Japankäfer (Popillia japonica)

Popillia japonica oder zu Deutsch Japankäfer ist ein Blatthornkäfer, der ursprünglich – wie sein Name verrät – aus Japan stammt, wo er aufgrund von natürlichen Fressfeinden nur unbedeutend ist. Jedoch stellte er in den USA, wo er bereits vor rund 100 Jahren in New Jersey eingeschleppt wurde, schnell eine Plage dar. Er schädigte über 300 unterschiedlichste Pflanzenarten (Zierpflanzen, Obstgehölze, Bäume, landwirtschaftliche Kulturen).

In Europa wurde P. japonica bereits um 1970 auf den Azoren nachgewiesen. 2014 entdeckte ein Naturfotograf erstmals in Norditalien entlang des Flusses Ticino den Schädling. (Grenze Lombardei/Piemont) auf. Da sich der Flughafen Mailand-Malpensa nicht weit vom Ausbruch befindet, geht man davon aus, dass P. japonica mit dem Flugzeug nach Italien eingeschleppt wurde. Im Juni 2017 wurden erste Käfer an der Grenze Italien zur Schweiz gefunden (Stabio).

Die Fraßtätigkeit des adulten Käfers wird an sonnigen Tagen mit Temperaturen zwischen 21°C und 35°C aufgenommen (jedoch nicht in der Mittagshitze, eher ab dem späteren Nachmittag), sie ist an bewölkten und windigen Tagen weniger und an regnerischen Tagen wird sie unterbrochen. Wie die meisten Blatthornkäfer bevorzugt P. japonica junges Pflanzengewebe, daher beginnt der Käfer die Fraßtätigkeit oben an der Pflanze und „arbeitet“ sich dann sukzessive nach unten. Die Weibchen legen die Eier in die Erde von Wiesen ab, wo die geschlüpften Larven an Wurzeln fressen und in 10-30 cm Tiefe überwintern (im 3. Larvenstadium). Rasen- und Wiesenflächen werden dadurch mitunter stark geschädigt. Wenn die Temperatur im Frühling über 10°C steigt, nehmen die Larven ihre Fraßtätigkeit wieder auf und verpuppen sich nach einigen Wochen. Ende Mai bis Anfang Juli schlüpfen die adulten Käfer.

Was sind die Einschleppungswege und wie erfolgt die Ausbreitung?

Der wichtigste Einschleppungspfad nach Österreich ist der Handel von Pflanzen mit Erdballen aus Befallsgebieten, da die Ausbreitung hauptsächlich durch das Verschleppen mit Verkehrsmitteln erfolgt.

Das Risiko einer Ansiedelung ist v.a. in Mitteleuropa hoch (43°N - 53°N). Der Käfer ist an das Winterklima in Österreich gut angepasst. Im mediterranen Raum (Breitengrad < 43°N) sind die Sommer zu trocken und heiß, in Nordeuropa (Breitengrad > 53°N) zu kalt. Der Käfer fliegt ab 21°C aus und bewältigt in der Regel nur kurze Distanzen (um 500m), jedoch kann er mit Hilfe des Windes und bei steigender Populationsdichte auch Entfernungen über mehrere km zurücklegen, um sich lokal zu verbreiten.

Was wird getan, um die Einschleppung und Verbreitung zu verhindern?

Popilla japonica ist in der Richtlinie 2000/29/EG im Anhang I A II als Quarantäneschadorganismus gelistet, dessen Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedstaaten verboten ist. In Österreich führt das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) Importkontrollen von  Wirtspflanzen an Ersteintrittstellen durch (z.B. am Flughafen Wien). Die Pflanzenschutzdienste in den Bundesländern sind für Betriebskontrollen zur Früherkennung eines Befalls mit P. japonica verantwortlich und überprüfen die Einhaltung der Binnenmarktbestimmungen.

Wie kann man einen Befall von Popillia japonica erkennen?

Die adulten Käfer sind etwa 1–1,5 cm groß, grün metallisch schillernd mit kupferfarbigen Flügeldecken.  Zu verwechseln ist P. japonica mit dem Gartenlaubkäfer Phyllopertha horticola; jedoch ist der Japankäfer gut unterscheidbar von anderen Blatthornkäfern durch 12 weiße, behaarte Punkte am Hinterleib (je 5 seitlich und 2 größere Punkte am Hinterende, siehe Foto). Die Käfer sind gesellig und es sind viele Exemplare auf einer Pflanze oder einer Frucht zu finden, während benachbarte unversehrt erscheinen.

Die Käfer fressen an den Blättern das Gewebe zwischen den Adern (Skelettfraß). Bei dünnen Blättern oder an Blüten fressen sie mitunter auch größere Teile ab. Sehr feste, dicke Blätter werden gemieden. Befallene Blätter verbräunen und fallen ab. Bei Mais sind die Körner nicht ausgereift und missgebildet. Die Larven sind für Blatthornkäfer typisch „C-förmig“, cremeweiß mit einer gelblich-braunen Kopfkapsel und sind für Laien nur schwer von anderen Blatthornkäferlarven unterscheidbar.

Bitte melden Sie Verdachtsfälle an den zuständigen Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes.

Welche Pflanzen wären in Österreich gefährdet?

P. japonica befällt zahlreiche Pflanzengattungen. Es seien hier die für Österreich bedeutendsten Wirtspflanzen gelistet:

  • Wein (Vitis vinifera)
  • Zierpflanzen: Rosa spp. (Rosen), u.a.
  • Obstbäume: Malus domestica (Apfel), Prunus-Arten wie v.a. Pfirsich und Zwetschke, u.a.
  • Gehölze: Acer sp. (Ahorn), Tilia sp. (Linde), Ulmus sp. (Ulme), Populus sp. (Pappeln), u.v.m.
  • Beerenobst: Rubus-Arten wie Brombeere, Himbeere; Fragaria (Erdbeere) wird v.a. von Larven befallen
  • Wiesenflächen, insbes. gut gepflegte Rasen, Golfplätze u. dgl., weniger Grünlandflächen
  • Landwirtschaftliche Kulturen: Zea mays (Mais), Glycine max (Sojabohne), Solanum lycopersicon (Paradeiser)

Wo kann ich weitere Informationen zu Popillia japonica finden?

Allgemeine Informationen der EPPO

Agroscpoe - Information der Schweizerischen Eidgenossenschaft

Kontakt

Amtlicher Pflanzenschutzdienst

DI Lydia Seelmann
Tel.: +43 50 555-33318
lydia.seelmann@ages.at

Stand der Information: Februar 2018
 

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