Asiatischer Moschusbock (Aromia bungii)

Rechtsgrundlagen

Mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2018/1503 wurden Dringlichkeitsmaßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung desSchädlings Aromia bungii festgelegt.

Der Schädling

Aromia bungii (Asiatischer Moschusbock) ist eine Bockkäferart (Cerambycidae). Sie hat ihren Ursprung in Ostasien mit einem Verbreitungsgebiet, das sich über verschiedene Klimazonen erstreckt: von Ostsibirien (nördlichste Populationen) über China, Mongolei, Korea, Japan bis Vietnam (südlichste Populationen). Hauptwirtspflanzen sind Steinobstbäume (Prunus spp.). Die Art befällt in ihrem Ursprungsgebiet auch andere Laubgehölze. In Europa eingeschleppte Populationen wurden ausschließlich auf Prunus-Arten nachgewiesen.
A. bungii wurde 2011 zum ersten mal in Europa gefunden und tritt nun in abgegrenzten Gebieten in Deutschland (kleine Befallsgebiete in Bayern) und in Italien auf (in der Lombardei und in Kampanien), wobei sich westlich von Neapel ein größerer Ausbruchsherd von fast 100 km2 befindet.

Was sind die Einschleppungswege und wie erfolgt die Ausbreitung?

Eine Einschleppung ist im Larven- und Eistadium durch den Handel mit Befallsländern möglich (Drittstaaten und EU-Befallsgebiete). Einschleppungspfade sind Holz und Holzverpackungen, sowie Pflanzen zum Anpflanzen insbesondere von Prunus-Arten.
Wie bei anderen Bockkäfern erfolgt die natürliche Ausbreitung in der Regel relativ langsam. Die Larvenentwicklung dauert 2-3 Jahre und die Käfer selbst legen nur kurze Distanzen zurück (häufig legen die Weibchen die Eier am selben Baum ab in dem die Larvenentwicklung stattfand).

Was wird getan, um die Einschleppung und Verbreitung zu verhindern?

Die Einfuhr von Pflanzen, zum Anpflanzen von Prunus-Arten aus den oben genannten Befallsländern ist verboten.

Mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2018/1503 vom 10.10.2018 wurden Dringlichkeitsmaßnahmen zum Schutz der Mitgliedsstaaten gegen die Einschleppung und weitere Ausbreitung von A. bungii erlassen. Diese betreffen insbesondere den Handel von Holz von Prunus und umfassen Einfuhrkontrollen an den Eintrittstellen in die EU (Flughäfen, Häfen, Landweg). Ab 08.10.2018 müssen Drittstaaten, in denen A. bungii auftritt, für die Einfuhr von Holz in die EU bestimmte zusätzliche Erklärungen am Pflanzengesundheitszeugnis erbringen. Im Binnenmarkt gelten Auflagen für die Verbringung aus Befallsgebieten.

In Österreich werden Einfuhrkontrollen an Pflanzen und pflanzlichen Produkten vom BAES und an Verpackungsholz vom Bundesamt für Wald durchgeführt. Die Pflanzenschutzdienste der Bundesländer führen Erhebungen zur Früherkennung möglicher Befallsherde durch.

Wie kann man einen Befall erkennen?

Die Käfer schlüpfen im Juni und nutzen vorzugsweise gestresste oder vorgeschädigte Bäume als Brutbaum, können aber auch vitale Bäume besiedeln. Aus den 6-7 mm langen weißen Eiern, die in Baumritzen abgelegt werden, schlüpfen Larven, die zwei bis drei Jahre unter der Rinde bis ins Splintholz fressen, seltener gelangen sie auch bis ins Kernholz. Erkennbar wird ein befallener Baum durch den Auswurf von rötlichem Sägemehl an der Rinde bzw. am Stammfuß. Dies geschieht durch die Fraßtätigkeit durch die Larven im Holz, kann aber mit Symptomen anderer Holzschädlinge an Prunus (wie z.B. Blausieb, Weidenbohrer oder ander Bockkäfer) verwechselt werden. Melden Sie einen Verdacht an den jeweils zuständigen Pflanzenschutzdienst.

Die Larven können eine Länge von bis zu 5 cm erreichen, bevor sie sich verpuppen. Der adulte Käfer verlässt den Stamm über ein Ausbohrloch. A. bungi ist tagaktiv und wird bis zu 4 cm groß, hat schwarze, lackartig glänzende Flügeldecken und ein rotes Halsschild. In Italien wurden auch ganz schwarze Käfer gefunden.

Melden Sie einen Verdachtsfall an den zuständigen Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes!

Bilder: © EPPO/Foto: M. Maspero, Centro MiRT – Fondazione Minoprio (IT) und Raffaele Griffo - Plant Health Service of Campania Region, Napoli (IT); © EPPO (2018) EPPO Global Database (online verfügbar): https://gd.eppo.int/

Welche Bedeutung hat der Schädling für die Pflanzenproduktion in Österreich?

Aufgrund seines Ursprungs im nördlichen Ostasien ist A.bungii an das gemäßigte Klima in Mitteleuropa perfekt angepasst. Bäume können einen Befall mehrere Jahre ertragen. Langfristig entsteht eine Schädigung durch die den Stamm durchziehenden Larvengänge und der Baum stirbt ab.

Die Funde in Bayern zeigen, dass mit einer dauerhaften Ansiedlung auch in Österreich zu rechnen ist. Bei einer Früherkennung eines Befalls ist die Chance einer Ausrottung gegeben. Wie das Beispiel in Kampanien (Neapel) zeigt kann ein unkontrollierter Befallsherd zur Entwicklung mehrerer Käfergenerationen führen und damit beträchtliche Ausmaße annehmen. Eine regelmäßige Überwachung und Kontrolle der Bestände ist deshalb notwendig. Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung sind in den Artikeln 5-10 des Durchführungsbeschluss (EU) 2018/1503 festgelegt.

Wo kann ich weitere Informationen zu Aromia bungii finden?

Informationen und Risikobewertung der EPPO: https://gd.eppo.int/taxon/AROMBU

Amtlicher Pflanzenschutzdienst
Kontakt: DI Robert Steffek I Tel.: +43 50 555-33301 I robert.steffekagesat

Stand der Information: Oktober 2018

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