Wertprüfung

Die Wertprüfung:

Die Sortenwertprüfung dauert zwei bis drei Jahre und wird der Anbaubedeutung der Pflanzenart und den sachlichen Erfordernissen entsprechend mehrortig durchgeführt, erst dann sind sichere Aussagen möglich. In den vergangenen Jahren wurde bei einer Reihe von Pflanzenarten die Prüfdauer auf zwei Jahre verkürzt: Sommerhafer, Winter- und Sommerroggen, Sommerweichweizen, Winter- und Sommerdinkel, Sommertriticale, Mais, Sorghum, Sudangras, Rispenhirse, Westerwoldisches Raygras, Erbse, Alexandrinerklee, Inkarnatklee, Persischer Klee, Ackerbohne, Saatwicke, Phazelie, Ölrettich, Winter- und Sommerraps (bei Futternutzung), Rübsen, Kümmel, Buchweizen, Sojabohne, Sonnenblume, Gelbsenf und Sareptasenf (bei Grünnutzung). Über Winterweizen, Winter- und Sommergerste, Wintertriticale, Körnerraps, Beta-Rüben, Kartoffel usw. wird mit dreijährigen Daten entschieden. Die zusammengefassten Ergebnisse bilden den Wertprüfungsbericht. Aufgrund dieses Berichts schlägt die Sortenzulassungskommission (bestehend aus Pflanzenbaufachleuten der neun Landwirtschaftskammern, Züchtungsexperten, Fachleuten des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und der AGES) der Sortenzulassungsbehörde die Zulassung bzw. Nichtzulassung von Sorten vor.

 

Der "Landeskulturelle Wert" als wichtiges Element des Sortenwesens:

"Eine Sorte hat landeskulturellen Wert, wenn sie in der Gesamtheit ihrer wertbestimmenden Eigenschaften gegenüber den vergleichbaren zugelassenen Sorten

  1. eine Verbesserung für den Anbau, insbesondere auch unter Berücksichtigung der Widerstandsfähigkeit gegen Schadorganismen,
  2. für die Verwertung des Erntegutes oder
  3. für die Verwertung aus dem Erntegut gewonnener Erzeugnisse erwarten lässt" (§ 50 SaatG).

 

Der landeskulturelle Wert ist ein relativer Wert, relativ zum jeweiligen Sortenspektrum, und keine statische Größe. Er wird den sich ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Preissituationen immer wieder angepasst und inhaltlich neu ausgestaltet. Seine Bestimmung ist trotz objektiver Wertprüfungsdaten zum Teil Ermessenssache. Eine Verbesserung kann gegeben sein, wenn die Prüfsorte in einer wichtigen Werteigenschaft wie einem agronomischen Kriterium, in einem wesentlichen Resistenzmerkmal, im Ertrag oder in bestimmten Qualitätsparametern über der Leistung der wertvollsten zugelassenen Sorte liegt, oder wenn die wertbestimmenden Merkmale günstiger kombiniert sind. Zumindest in einer Anbauregion muss somit „die beste“ zugelassene Sorte übertroffen werden, die Anbauregionen sind für die Pflanzenarten unterschiedlich abgegrenzt. Einzelne negative Eigenschaften können durch günstige andere Ausprägungen teilweise aufgewogen werden. Diese Art der Interpretation des landeskulturellen Wertes fördert die Diversifizierung und Regionalisierung des Sortiments.

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