Pressemitteilung: Pflanzliche Urlaubssouvenirs – RISKIER’S NICHT!

Es mag reizvoll sein, bei der Auswahl ausgefallener Souvenirs für die Familie, Freunde oder sich selbst auf Pflanzen aus dem Urlaubsland zurückzugreifen, die man daheim selten oder gar nicht erwerben kann. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten. Pflanzen aus Nicht-EU-Ländern (ausgenommen Schweiz) unterliegen Einreisevorschriften; die Einfuhr von Weinreben oder Zitruspflanzen beispielsweise ist gänzlich verboten.

 

Für Pflanzen, die keinem Einfuhrverbot unterliegen, muss für den Import ein sogenanntes Pflanzengesundheitszeugnis eingeholt werden. Dieses amtliche Dokument wird im Herkunftsland ausgestellt und belegt, dass bereits bei der Anzucht des jeweiligen Gewächses die strengen Einfuhrbedingungen der EU-Staaten berücksichtigt und erfüllt wurden. Kann dieses Zeugnis bei der Einreise dem Zoll nicht vorgelegt werden, so werden die mitgebrachten Pflanzen beschlagnahmt und vernichtet.

Hinweis: Die Kanarischen Inseln gelten als Drittland, die Einfuhr von Pflanzen ohne Pflanzengesundheitszeugnis ist daher nicht möglich.

 

Mit diesen strengen Einfuhrvorschriften soll verhindert werden, dass gefährliche Schädlinge (Tiere, Pilze, Bakterien oder Viren) eingeschleppt werden. Eine Ausbreitung dieser Schädlinge kann schwerwiegende Folgen für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Umwelt haben.

 

Jüngstes Beispiel hierfür ist das Feuerbakterium Xylella fastidiosa, das erstmals an Olivenbäumen in Italien nachgewiesen wurde. Die in Apulien auftretende Unterart des Bakteriums führte zum Absterben tausender Hektar Oliven und stellt eine ernste Gefahr für den Olivenanbau im gesamten Mittelmeerraum dar. Mittlerweile fand man das Bakterien auch an verschiedenen Arten in Korsika und auf den Balearen. Die Einschleppung in die EU erfolgte vermutlich durch importierte Zierpflanzen. Das größte Risiko, dass die Krankheit nach Österreich gelangt, besteht beim Kauf infizierter Pflanzen aus Befallsgebieten. Daher gibt es innerhalb der EU strenge Bestimmungen für das Verbringen von Pflanzen aus Urlaubsregionen. Besondere Vorsicht ist hier bei der Mitnahme von Hochrisikopflanzen wie z.B. Lavendel, Rosmarin, Oleander, Olive und Kaffee geboten. Die Mitnahme jeglicher Wirtspflanzen aus Befallsgebieten (derzeit Apulien, Korsika, Cote d'Azur, Mallorca, Menorca, Ibiza) ist daher verboten.

 

RISKIER’S NICHT, denn mit Pflanzen können gefährliche Schädlinge eingeschleppt werden!

Um Unannehmlichkeiten bei der Rückkehr vorzubeugen und Unsicherheiten auszuräumen, steht Ihnen der Amtliche Pflanzenschutzdienst beratend zur Seite. Informieren Sie sich vor Antritt Ihrer Reise über die gesetzlichen Bestimmungen für die Mitnahme von Pflanzen.


Erreichen können Sie den amtlichen Pflanzenschutzdienst auf folgendem Weg:
Amtlicher Pflanzenschutzdienst
Spargelfeldstraße 191
1220 Wien
Österreich
Tel.: +43 (0)5 0555-33302
Fax: +43 (0)5 0555-33303
e-Mail: pflanzenschutzdienst@baes.gv.at

Nähere Informationen zur phytosanitären Importkontrolle finden Sie hier

Nähere Informationen zu Xylella fastidiosa finden Sie hier

Ansprechpartner für die Medien:
Bundesamt für Ernährungssicherheit
Tel.: +43 (0)5 0555-32351
e-Mail: presse-baes@baes.gv.at

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