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Bundesamt für Ernährungssicherheit

Österreichische Sortenliste

Österreichische Sortenliste 2012 für landwirtschaftliche Pflanzenarten und Gemüsearten

 

Die Sortenliste basiert auf § 65 Saatgutgesetz 1997, BGBl. I Nr. 72/1997 zgd BGBl. I Nr. 83/2004. Der Sortenliste kommt deklarative (informative) Bedeutung zu, die Eintragung einer Sorte in die Sortenliste kann die Sortenzulassung nicht ersetzen. Inhaltlich ausschlaggebend ist allein die Sortenzulassung.

In die Sortenliste werden alle zugelassenen Sorten landwirtschaftlicher Arten und Gemüsearten (Saatgut) eingetragen. Ebenso werden in die Sortenliste jene Sorten von Gemüse eingetragen, die unter sinngemäßer Anwendung der Bestimmungen des 4. Teils des SaatG 1997, nach dem Pflanzgutgesetz, BGBl. I Nr. 73/1997 zgd BGBl. I Nr. 110/2002, zugelassen wurden. Diese Arten dürfen nur als Vermehrungsmaterial in Verkehr gebracht werden und werden in der Sortenliste mit einem besonderen Vermerk gekennzeichnet.

Die Sortenliste setzt sich aus einem öffentlichen und einem nichtöffentlichen Teil zusammen. Angaben über Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse werden in den nichtöffentlichen Teil der Sortenliste eingetragen.

Der öffentliche Teil der Sortenliste, in den jedermann Einsicht nehmen kann, gliedert sich in 5 Abschnitte:

 

I.    Landwirtschaftliche Arten (Zugelassene Sorten)

II.  Gemüsearten (Zugelassene Sorten)

III. Ende der Sortenzulassung und Erstreckungsfrist (Landwirtschaftliche Arten)

IV.  Ende der Sortenzulassung und Erstreckungsfrist (Gemüsearten)

V.   Adressverzeichnis

 

Innerhalb der Arten bzw. Unterteilungen von Arten sind die Sorten in alphabetischer Reihenfolge angeführt.

Für die Abschnitte I und II weist die Liste 8 Spalten auf:

 

Spalte 1:           
               

Sortenbezeichnung. Synonyme Bezeichnung(en) in Mitglieds-, Vertrags- oder Drittstaaten in Klammer, soweit bekannt.

Sorten, die erstmals angeführt werden, sind durch ein + kenntlich gemacht.

Sortenbezeichnungen, die als Code gelten, sind durch ein ° gekennzeichnet.

Spalte 2:Anmerkungen betreffend cytologische oder morphologische Kriterien, züchtungsbiologische Merkmale, Inhaltsstoffe, Nutzungsrichtungen oder Zulassungs-Auflagen.
Spalte 3:Sorten-Nummer, unter der die Sorte beim Bundesamt für Ernährungssicherheit geführt wird.

Spalte 4:Zulassungsdatum.
Spalte 5:Antragsteller auf Sortenzulassung.
Spalte 6:Züchter (Ursprungszüchter).
Spalte 7:Verantwortlich für die Erhaltungszüchtung. Diese Einträge wurden in die Gemeinsamen Sortenkataloge der Europäischen Union gemeldet.
Spalte 8:Gentechnisch verändert (Gv). Veröffentlichung gemäß Saatgut-Gentechnik-Verordnung BGBl. II Nr. 478/2001.

Mit Stand vom 15. Jänner 2012 enthält die Österreichische Sortenliste keine gentechnisch veränderte (transgene) Sorte.

 

Zu 5, 6, 7: Die Zahlen verweisen auf die laufende Nummer des Adressverzeichnisses.

Die Winterheckenzwiebelsorte "Gloria" wurde gemäß Pflanzgutgesetz 1997 zugelassen.

Ausgenommen die Sorten von Rispenhirse und Buchweizen wurden alle Nennungen in die Gemeinsamen Sortenkataloge der Europäischen Union (Gemeinsamer Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten, Gemeinsamer Sortenkatalog für Gemüsearten) durchgeführt.

Die Österreichische Sortenliste 2012 enthält mit Stand vom 15. Jänner 2012 insgesamt 1084 zugelassene Sorten.

Davon entfallen auf:

1. Landwirtschaftliche Arten:

Getreide                     254
Mais und Hirsearten      212
Gräser             110
Mittel- und Großsamige Leguminosen 82
Kleinsamige Leguminosen       46
Sonstige Futterpflanzen      10
Öl- , Faser- und Handelspflanzen 119
Beta Rüben                  65
Kartoffel                42

 

 

2. Gemüsearten:

Gemüse  144

 

Für die Abschnitte III und IV weist die Liste 9 Spalten auf:

 

Spalte 1:           Sortenbezeichnung. Synonyme Bezeichnung(en) in Mitglieds-, Vertrags- oder Drittstaaten in Klammer, soweit bekannt.

Sortenbezeichnungen, die als Code gelten, sind durch ein °                                 gekennzeichnet.

Spalte 2:Anmerkungen betreffend cytologische oder morphologische Kriterien, züchtungsbiologische Merkmale, Inhaltsstoffe, Nutzungsrichtungen oder Zulassungs-Auflagen.
Spalte 3:Sorten-Nummer, unter der die Sorte beim Bundesamt für Ernährungssicherheit geführt wird.
Spalte 4:Datum der Beendigung der Sortenzulassung. Die Beendigung erfolgte durch Verzichtserklärung des Antragstellers auf Sortenzulassung oder Zeitablauf.
Spalte 5:Antragsteller auf Sortenzulassung.
Spalte 6:Züchter (Ursprungszüchter).
Spalte 7:Verantwortlich für die Erhaltungszüchtung.
Spalte 8:Erstreckungsfrist für die Anerkennung oder Zulassung und das Inverkehrbringen von Saatgut gemäß § 59 (3) Saatgutgesetz 1997 zgd BGBl. I Nr. 83/2004.
Spalte 9:Gentechnisch verändert (Gv). Veröffentlichung gemäß Saatgut-Gentechnik-Verordnung BGBl. II Nr. 478/2001.

Mit Stand vom 15. Jänner 2012 enthält die Österreichische Sortenliste keine gentechnisch veränderte (transgene) Sorte.

 

Zu 5, 6, 7: Die Zahlen verweisen auf die laufende Nummer des Adressverzeichnisses.

Mit Stand vom 15. Jänner 2012 ist bei 251 gelöschten Sorten die Erstreckungsfrist gemäß § 59 (3) Saatgutgesetz 1997 noch nicht abgelaufen.

Davon entfallen auf:

1. Landwirtschaftliche Arten:

Getreide                             79
Mais und Hirsearten                   53
Gräser                                17
Mittel- und Großsamige Leguminosen   22
Kleinsamige Leguminosen               10
Sonstige Futterpflanzen               0
Öl- , Faser- und Handelspflanzen     34
Beta Rüben                           19
Kartoffel                             13

 

2. Gemüsearten:

Gemüse                                4

 

Zulassung von Erhaltungssorten

In Hinblick auf die verbesserte Möglichkeit zur Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen in landwirtschaftlich genutzter Umgebung (in situ) wurde von der Europäischen Kommission am 20. Juni 2008 die Richtlinie 2008/62/EG erlassen. Diese sieht Ausnahmeregelungen für die Zulassung von Landsorten und anderen Sorten, welche an die natürlichen örtlichen und regionalen Gegebenheiten angepasst und von genetischer Erosion bedroht sind, sowie für das Inverkehrbringen von Saatgut bzw. Pflanzkartoffeln dieser Sorten vor.

Diese Erhaltungssorten können ohne amtliche Wert- und Registerprüfung zugelassen werden. Im Zulassungsverfahren sind insbesondere die Ergebnisse nichtamtlicher Prüfungen sowie Erkenntnisse, die aufgrund praktischer Erfahrung während des Anbaus, der Vermehrung und Nutzung gewonnen wurden zu berücksichtigen (§ 56 (5) Saatgutgesetz). Weiters können die Bezeichnungen von Erhaltungssorten, sofern sie vor dem 25. Mai 2000 bekannt waren, von den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 930/2000 abweichen. Für jede Erhaltungssorte einer Pflanzenart wird eine Höchstmenge sowie für alle Erhaltungssorten der betreffenden Art eine Gesamtmenge für das Inverkehrbringen von Saatgut bzw. Pflanzkartoffeln festgelegt. Das Saatgut bzw. die Pflanzkartoffeln werden in einer vom Bundesamt für Ernährungssicherheit festgelegten Ursprungsregion in Verkehr gebracht.

Mit Stand vom 15. Jänner 2012 sind in Österreich 10 Erhaltungssorten landwirtschaftlicher Pflanzenarten registriert. Bei der betreffenden Art sind sie mittels Fußnote gekennzeichnet.

 

 

Pflanzenart

Sortenbezeichnung

Zulassungsdatum

Ursprungsregion

Winterroggen

Lungauer Tauern 2

20.12.2011

Österreich

Winterweizen

Rinner Winterweizen

18.12.2009

Österreich

Winterweizen

Rosso

20.12.2011

Österreich

Winterdinkel

Steiners Roter Tiroler

18.12.2009

Österreich

Sommerweizen

Rubin

18.12.2009

Österreich

Mais

Vorarlberger Riebelmais

20.12.2011

Österreich

Sorghum

Kornberger Körnersirk

18.12.2009

Österreich

Rotklee

Steirerklee

20.03.2009

Österreich

Buchweizen

Kärntner Hadn

18.12.2009

Österreich

Lein

Ötztaler

21.02.2008

Österreich

 

 

 

Stand: 15. Jänner 2012.
Für den Inhalt verantwortlich: BAES Dr. H.Luftensteiner 
Redaktion:  BAES DI M.Oberforster; F.Laa

 

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