Glyphosat: Aktueller Stand im EU-Wiedergenehmigungs-Verfahren des Wirkstoffes

Die EU-Kommission hat im Zuge des laufenden EU-Wiedergenehmigungsverfahrens zum Wirkstoff Glyphosat seit kurzem eine weitere wissenschaftliche Bewertung vorliegen. Nach der Risikobewertung der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA haben die WissenschafterInnen der EU-Chemikalienbehörde ECHA eine Bewertung für eine europaweit harmonisierte Gefahreneinstufung vorgenommen: Glyphosat ist nicht krebserregend, fruchtbarkeitsschädigend und erbgutverändernd. Glyphosat ist augenreizend und giftig für Wasserorganismen mit langfristigen Auswirkungen.

 

Information der ECHA zu Glyphosat

Der Ausschuss für Risikobeurteilung der ECHA (RAC) formuliert derzeit seine Stellungnahme zur Einstufung des Stoffes. Der RAC nimmt die endgültige Stellungnahme zur harmonisierten Einstufung von Glyphosat Ende November 2017 an. Die ECHA legt die Stellungnahme der Kommission vor, die die endgültige Entscheidung zur Einstufung von Glyphosat trifft.


Für derzeit in Österreich zugelassene Glyphosat-haltige Pflanzenschutzmittel bedeutet dies, dass die bestehenden Zulassungen unverändert bleiben. Die Verlängerung gilt bis sechs Monate nach Fertigstellung der Gefahreneinstufung durch die ECHA bzw. bis spätestens 31. Dezember 2017.


Im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes „so wenig wie möglich und so viel wie gerade notwendig" wurden auf Bundes- bzw. Zulassungsebene bereits rechtliche Einschränkungen umgesetzt. So ist eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln unmittelbar auf versiegelten Flächen nicht zulässig. Darüber hinaus ist die "Sikkation" mittels Glyphosat - also die Abtötung von Kulturpflanzen zur Reifebeschleunigung vor der Ernte - verboten, sofern das Erntegut für Lebens- oder Futtermittelzwecke bestimmt ist. Seit August 2016 hat das BAES bestehende Pflanzenschutzmittelzulassungen Glyphosat-haltiger Produkte mit dem Beistoff Tallowamin aufgehoben.

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