Amtlicher Pflanzenschutzdienst

Hintergrund

Seit die Menschheit Landwirtschaft betreibt und mit landwirtschaftlichen Produkten handelt, werden Schadorganismen von ihrem ursprünglichen Lebensraum in neue Gebiete verschleppt. Tausende Jahre lang beschränkte sich eine derartige Verbreitung auf geringe Distanzen innerhalb eines Kontinents. Das Risiko, Schadorganismen in Europa und in weiterer Folge nach Österreich einzuschleppen, hat sich aber in den letzten Jahrzehnten durch zunehmenden weltweiten Handel und rasche Transporte sowie der Auswirkungen der Klimaänderung erhöht.

 

Die ersten Einschleppungen in Europa mit enormer sozialer und wirtschaftlicher Auswirkung waren Phytophthora infestans (Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel), die in Irland 1845 zu zahlreichen Missernten führte und eine katastrophale Hungersnot auslöste, und einige Jahre später Daktulosphaira vitifoliae  (Reblaus), die einen bedeutenden Einbruch in der Trauben- und Weinproduktion für fast ganz Europa bedeutete. Einmal in Europa eingeschleppt, war die Kontrolle über eine weitere Verbreitung nicht mehr möglich. Aus diesen Lektionen der Vergangenheit folgte der Versuch, eine Einschleppung durch internationale Zusammenarbeit zu verhindern.

 

1951 schlossen sich 15 europäische Staaten zur Europäischen Pflanzenschutzorganisation zusammen (European and Mediterranean Plant Protection Organization, EPPO), die heute bereits 51 Mitglieder aus Europa und dem Mittelmeerraum umfasst. Ebenfalls im selben Jahr verabschiedete die Welternährungsorganisation (Food and Agricultural Organization, FAO) die Internationale Pflanzenschutzkonvention (International Plant Protection Convention, IPPC), einen völkerrechtlichen Vertrag zum Schutz der Pflanzen gegen Schadorganismen.

 

Gesetzliche Regelungen bilden heute auf internationaler und nationaler Ebene den Rahmen der pflanzengesundheitlichen (phytosanitären) Bedingungen für die Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen zum Schutz der heimischen Land- und Forstwirtschaft.

nach oben