Zum Inhalt . Zur Navigation . Zur Suche

Bundesamt für Ernährungssicherheit

Aktuelles

Halbjahresbericht 2011 - Kontrolle der Inverkehrbringung von Düngemittel, Futtermittel, Pflanzenschutzmittel und Saatgut sowie Kontrolle der Verbraucherinformation Fisch

Rückblickend auf das erste Halbjahr 2011 wurden infolge

ð  der Planung für das Gesamtjahr,

ð  der bisherigen Ergebnisse der untersuchten Proben und kontrollierten bzw. überwachten Betriebe und

ð  relevanter Informationen (aus Schnellwarnsystemen, Mitgliedsstaaten, Drittländern sowie von europäischen Behörden, internationalen Stellen, etc.), die auf Verstöße hinweisen könnten,

folgende Tätigkeiten durchgeführt sowie Schwerpunkte und Maßnahmen gesetzt:

 

Plan-Ist Vergleich - Erstes Halbjahr 2011

Fachbereich

Proben

Betriebe

Betriebs-kontrollen

Plan

1-12

Ist

1-6

Plan

1-12

Ist

1-6

Plan

1-12

Ist

1-6

Düngemittel

951

461

490

170

565

190

Futtermittel

1659

820

654

405

830

422

Pflanzenschutzmittel*

1940

815

160

97

160

99

Saatgut**

934

697

288

258

360

271

Verbraucherinformation Fisch

500

182

100

40

125

43

* Proben Plan: 1885 Konformitätsüberprüfungen und 55 Probenahmen

** Proben Plan: 90 Konformitätsüberprüfungen und 844 Probenahmen

Düngemittel:

In der Umsetzung der für 2011 vorgesehenen Schwerpunkte wurden im ersten Halbjahr bei organischen-, organisch-mineralischen Düngern, Kultursubstraten und Kalken Prüfungen der normierten Hygieneparameter bei 3 Proben, sowie bei 21 Kalk-Magnesium- und Schwefeldüngern Prüfungen der jeweiligen Schwermetallbelastungen vorgenommen.

Im Zuge der Überwachung und Kontrolle von Biogasbetrieben wurden im ersten Halbjahr 3 Betriebskontrollen durchgeführt und 3 Stichproben gezogen.

Futtermittel:

Im ersten Halbjahr 2011 wurden zur Umsetzung des Schwerpunktes Salmonellen gesamt 246 Futtermittelproben auf Salmonellen untersucht, wovon 56 Proben der Kategorie Ölsaaten, 104 Proben Mischfuttermittel für Geflügel und 86 Proben anderen Futtermittelkategorien zuzuordnen sind. Bei diesem Parameter kam es insgesamt zu 8 Beanstandungen aufgrund von positiven Analysenergebnissen (2 Ölsaaten, 6 Landtierprodukte).

Weiters wurde der Schwerpunkt Dioxin, aufgrund der aktuellen Fragestellung des Risikos von Dioxin in Futterfetten, mit 37 Proben berücksichtigt. Augenmerk wurde hier auf Ölsaaten (10 Proben) und Mischfuttermittel für Schweine (6 Proben) gelegt. Bisher kam es bei den Dioxinanalysen im ersten Halbjahr 2011 zu keiner Abweichung bzw. zu keiner Beanstandung.

Insgesamt wurden von den gezogenen 820 Proben 79 Proben beanstandet. Dabei sind 67% sicherheitsrelevanten und 33% qualitäts-/täuschungsschutzrelevanten Parametern zuzuordnen.

Pflanzenschutzmittel:

Die Kontrollen hinsichtlich Bekämpfung des stattfindenden Handels mit illegalen, generischen,   Pflanzenschutzmitteln wurden intensiviert und konnten dabei signifikante Erfolge erzielt werden, weshalb eine kontinuierliche Fortsetzung diesbezüglicher Aktivitäten im laufenden Jahr ebenso durchgeführt wird, wie im Rahmen der routinemäßigen Konformitätsüberprüfungen 2011 ein Schwerpunkt auf Pflanzenschutzmittel der Wirkungstypen Herbizide, Fungizide und Insektizide gelegt wird, um deren Bedeutung am Markt gerecht zu werden.

Saatgut:

Es erfolgten im ersten Halbjahr 2011 bei insgesamt rund 40 % der Fälle Maßnahmen in Form von Mängelbehebungen und Beanstandungen.

Die sehr hohe Beanstandungsrate steht in Zusammenhang mit:

+) Erweiterung des Untersuchungsumfanges (der Untersuchung von in der EU nicht zugelassenen GVOs)

+) zahlreichen für den Konsumenten der Ware weitgehend nicht substanziellen Kennzeichnungsmängel von amtlichen Etiketten von Saatgutanerkennungsbehörden anderer EU Mitgliedstaaten und

+) einer hohen Rate an ad-hoc Kontrollen im Zusammenhang mit Saatgut von Keimsprossen.

In Zusammenhang mit insektiziden Beizmitteln wurde im ersten Halbjahr 2011 bei den Arten Mais und Kürbis weiters eine Schwerpunktaktion mit folgendem Inhalt durchgeführt:

Kennzeichnungsüberprüfung

ð  Eintragung laut amtlichem Pflanzenschutzmittelregister

ð  gemäß Saatgut-Beiz-Verordnung 2010 und Methoden für Saatgut und Sorten

Verbraucherinformation Fisch:

Gemäß Kontrollplanung wurde bei Frischfisch aufgrund der in der Vergangenheit häufig festgestellten Nichtkonformitäten bei den Elementen Produktionsmethode und Fanggebiet/Herkunft ein Schwerpunkt gesetzt. Diese Abweichungen hinsichtlich der Verbraucherinformation wurden im ersten Halbjahr 2011 sowohl bei Frischfisch als auch bei lebender Ware vermehrt festgestellt.

Weiters wurden Partien mit für den Verbraucher irreführender oder unzulässiger Handelsbezeichnung sowie Partien mit gänzlich fehlender Kennzeichnung beanstandet.

Insgesamt erfolgte bei 12 Partien in 5 Betrieben eine gebührenpflichtige Beanstandung an die Betriebsinhaber. Bei 1 Partie führte die irreführende Angabe des Ursprungslandes zu einer Anzeige an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde. Tiefgefrorene Ware wies einen hohen Konformitätsgrad hinsichtlich der Verbraucherinformation auf.

 

Neuer Beschluss der Kommission zu Mischungen von Gemüsesorten

Am 23. März 2011 erließ die Europäische Kommission den Beschluss zur Durchführung der Richtlinie 2002/55/EG des Rates in Bezug auf die Voraussetzungen, unter denen das Inverkehrbringen von Kleinpackungen mit Mischungen von Standardsaatgut verschiedener Gemüsesorten der gleichen Art gestattet werden darf (2011/180/EU).

 

Lesen Sie mehr

Kontrollplanung 2011

Das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) ist u. a. mit der Kontrolle der Inverkehrbringung von Düngemittel, Futtermittel, Pflanzenschutzmittel und Saatgut sowie der Kontrolle der Verbraucherinformation Fisch betraut. Die Kontrollen werden auf der Grundlage einer mehrjährigen integrierten Kontrollplanung vorgenommen. Die Risikobewertung als ein wissenschaftsbasierter Vorgang mit den vier Stufen Gefahrenidentifizierung, Gefahrencharakterisierung, Expositionsabschätzung und Risikocharakterisierung (§ 2 Z 4 GESG) bildet die Basis für die Planung und Umsetzung des Kontrollsystems.

Der jährliche Kontrollplan legt neben der Anzahl der zu kontrollierenden Partien bzw. Chargen mittels Probenahmen und/oder Konformitätsüberprüfungen, die Anzahl der zu kontrollierenden Betriebe und die durchzuführenden Betriebskontrollen sowie alle erforderlichen Tätigkeiten und beabsichtigten Maßnahmen im Zusammenhang mit der Kontrolle fest.

Der Umfang des jährlichen Kontrollplanes setzt sich aus dem risikobasierten Stichprobenplan, der Planung nachfassender Kontrollen und der Ressourcenplanung für ad-hoc Kontrollen zusammen. Der risikobasierte Stichprobenplan wird jährlich auf der Grundlage der Vorjahresergebnisse formaler und/oder analytischer Prüfungen sowie spezifischer statistischer Methoden berechnet. Die Planung der nachfassenden Kontrollen und die Abschätzung von ad-hoc Kontrollen erfolgt auf der Grundlage der langjährigen Datenlage und Erfahrungen.

Nachstehend wird die integrierte Kontrollplanung für 2011 gesamtheitlich abgebildet:

Kontrollplanung 2011

Fachbereich

Proben

Betriebe

Betriebs-kontrollen

Düngemittel

951

490

565

Futtermittel

1659

654

830

Pflanzenschutzmittel*

1940

160

160

Saatgut**

934

288

360

Verbraucherinformation Fisch

500

100

125

* Proben: 1885 Konformitätsüberprüfungen und 55 Probenahmen

** Proben: 90 Konformitätsüberprüfungen und 844 Probenahmen

 

Düngemittel:

Im diesjährigen Kontrollplan stehen u. a. Hygieneprüfungen organischer Produkte sowie Schwermetallprüfungen bei Kalk-Magnesium- und Schwefeldüngern im Vordergrund.

Durch Neuaufnahme des Produktes Biogasgülle als Düngemittel im Jahr 2010 sind im heurigen Kontrollplan erstmals Biogasgüllehersteller sowie die Prüfung von Biogasgülle auf Qualitäts- und Sicherheitsrelevante Parameter in die Verkehrskontrolle integriert.

Futtermittel:

Im Kontrollplan 2011 werden bei der Untersuchung von Futtermittelproben zwei Schwerpunkte im Bereich der unerwünschten Stoffe gesetzt.

Einerseits werden alle beprobten Mischfuttermittel für Geflügel und alle Einzelfuttermittel der Kategorie Ölsaaten auf das Vorhandensein von Salmonellen überprüft. Zusätzlich wurde die Gesamtprobenanzahl bei Mischfuttermitteln für Geflügel um 73% und Einzelfuttermittel Ölsaaten um 77% erhöht.

Weiters wurde aufgrund aktueller Fragestellungen (z. B. Risiko von Dioxin in Futterfett) die laut EU-Empfehlungen vorgegebene Probenanzahl von 47 Proben um 30% erhöht um die durchzuführenden Systemkontrollen (Schwerpunkte Buchprüfung, Trocknungsanlagen, Eigenkontrollen, etc.) zusätzlich zu unterstützen.

Pflanzenschutzmittel:

Im Rahmen der Konformitätsüberprüfungen wird 2011 ein Schwerpunkt auf Pflanzenschutzmittel der Wirkungstypen Herbizide, Fungizide und Insektizide gesetzt, um deren Bedeutung am Markt gerecht zu werden.

Ein weiterer Schwerpunkt wird im Rahmen von Probenahmen auf Insektizide, die Gegenstand einer Parallelimportzulassung sind, gesetzt. Diese Proben werden einer Identitätsüberprüfung unterzogen.

Saatgut:

In Zusammenhang mit insektiziden Beizmitteln ist bei den Arten Mais und Kürbis eine Schwerpunktaktion mit folgendem Inhalt vorgesehen:

Kennzeichnungsüberprüfung

  • Eintragung laut amtlichem Pflanzenschutzmittelregister
  • gemäß Saatgut-Beiz-Verordnung 2010 und Methoden für Saatgut und Sorten

Es sind insgesamt 90 Überprüfungen geplant.

Verbraucherinformation Fisch:

Bei Frischfisch wurden in der Vergangenheit häufig Nichtkonformitäten bei den Elementen Produktionsmethode und Fanggebiet/Herkunft festgestellt, weshalb hier im Jahr 2011 eine Schwerpunktaktion gesetzt wird. Das Frischfischangebot am Markt steigt in der Vorweihnachtszeit und am Beginn der katholischen Fastenzeit, deshalb werden in diesen Monaten verstärkt Kontrollen durchgeführt.

Neben den geplanten Stichproben und Schwerpunkten werden wie auch die Jahre zuvor nachfassende Kontrollen basierend auf Ergebnissen sowie mögliche ad-hoc Maßnahmen durchgeführt.

Neue EU Richtlinien zur Bewahrung und Nutzung der regional angepassten Artenvielfalt - Erhaltung alter Landsorten und Schutz deren Anwender

Zur Erhaltung der biologischen Artenvielfalt und der natürlichen Umwelt bieten neue EU Richtlinien die Möglichkeit, alte Sorten und für besondere Bedingungen gezüchtete Gemüsesorten, sogenannte Liebhabersorten, nach einem vereinfachten Verfahren zuzulassen und Saatgut mit entsprechender Qualität – vor allem zum Schutz der KonsumentInnen und der Umwelt - in Verkehr zu bringen.

 

1. Die für landwirtschaftlich genutzte Arten relevante Richtlinie 2008/62/EG der Kommission vom 20. Juni 2008 regelt die Zulassung von Landsorten und an regionale Gegebenheiten angepasste und von genetischer Erosion bedrohte Sorten sowie die Inverkehrbringung des entsprechenden Saat- und Kartoffelpflanzgutes.

 

2. Die  Richtlinie 2009/145/EG beinhaltet Vorschriften über die Zulassung von Gemüselandsorten und Gemüsesorten, die für den Anbau unter besonderen Bedingungen gezüchtet werden sowie für das Inverkehrbringen von Saatgut dieser Landsorten und anderer Sorten.

 

3. Im August 2010 wurde die Richtlinie 2010/60/EU der Kommission mit Ausnahmeregelungen für das Inverkehrbringen von Futterpflanzensaatgutmischungen zur Erhaltung der natürlichen Umwelt erlassen.

Zum Seitenanfang springen